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Tagebuch meines Parteieintritts

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21. September 2005

Offener Leserbrief an die taz Redaktion zum Artikel von Ralph Bollmann vom 23.07.2005

von @ 21:31. abgelegt unter Presseschau

Liebe taz-Redaktion,

ich finde, heute ist ein guter Tag, um auch mal etwas kritisches zur taz vom 23.07.2005 zu sagen. Da schreibt Ralph Bollmann im Artikel Kein Schlafwagen zur Macht:

“Das alles wird Merkel die Kanzlerschaft nicht kosten, dazu ist Rot-Grün zu tief gefallen.”

Solche mutlosen Sätze wie der von Ralph Bollmann Ende Juli, also inmitten des Wahlkampfes, sind es, die derzeit so scharf von Gerhard Schröder kritisiert werden. KatzenbildSolche informationsfreien und stimmungsmachenden Sätze sind es, die den Wahlkampf für rot-grün so schwierig gemacht haben. Und solche Sätze sind auch ein wichtiger Grund dafür, warum ich die taz nicht abonniere, auch wenn ich unabhängige Informationen und eine auflagenstarke Tageszeitung ganz wichtig finde.

Besten Gruß
Marcel vom Parteibuch
https://mein-parteibuch.de/?p=514

PS: Ein Katzenbild gibt es natürlich auch

19 Kommentare zum Beitrag “Offener Leserbrief an die taz Redaktion zum Artikel von Ralph Bollmann vom 23.07.2005”

  1. Jan sprach

    Lesen Sie doch mal diese Beiträge aus der taz vom 21.09.05

    http://www.taz.de/pt/2005/09/21/a0157.nf/text
    http://www.taz.de/pt/2005/09/21/a0153.nf/text
    http://www.taz.de/pt/2005/09/21/a0156.nf/text

    Also, was wird?

  2. Marcel Bartels sprach

    Ja, die taz ist die erste Zeitung, die mit Variante 2 eines der politischen Druckmittel der SPD richtig darstellt. Es wird ja auch langsam Zeit.

    Christoph Schwennicke stellt in der SZ nun gerade ein zweites Druckmittel ins Schaufenster: die Änderung der Geschäftsordnung des Bundestages, genauer gesagt, das Streichen der Lex Union, so dass die Parteien CDU/CSU keine Fraktion mehr bilden. Auch Spiegel Online berichtet darüber.

    Es versteht sich von selbst, dass es noch zu früh ist, zu sagen, wie die Union darauf reagiert. Ich denke, dass die Union komplett zerlegt wird, wenn die FDP CDU und CSU nicht mit einer Ampel-Koalition rettet. Nicht nur die Union zwischen CDU und CSU wird gesprengt, sondern die CDU zerfällt dann auch noch in ihre Einzelteile wie Christen und marktradikale Ideologen. Franz Walter hat zur Lage der Union auf Spiegel Online einen ganz treffenden Artikel mit Titel Christlich Demokratische Erosion geschrieben. Und Peter Fahrenholz zeigt in der SZ, wie die geistige Zerlegung der Union losgeht. Es wird nach dem nun anstehenden Streit nicht viel von der Union übrig bleiben.

  3. Stefan sprach

    bitte wen interessiert, wen der koksende ex-kanzler kritisiert?

  4. Marcel Bartels sprach

    @Stefan:
    Wer soll denn der koksende Ex-Kanzler sein? War Kohl gedopt? War Michel Friedman je Kanzler? Gerhard Schröder kann ja wohl nicht gemeint sein.

  5. max sprach

    Für die Kanzlerwahl halte ich das strategisch für sehr ungünstig:
    Soll doch Merkel die erste Runde verlieren. Der Makel, die erste Runde verloren zu haben, hängt dem Verlierer sein Leben lang an, warum sollte man sich das also antun und dann noch freiwillig?

    In der ersten Runde dürften die “Linken” stramm gegenhalten und sowohl Schröder als auch Merkel ablehnen.

    Anderes Argument wäre natürlich die Sache mit dem Bundestagspräsidenten. Dann könnte immerhin Thierse ruhig schlafen.

  6. Andrea Weimann sprach

    “Es wird nach dem nun anstehenden Streit nicht viel von der Union übrig bleiben.”

    Ein ähnlich prophetischer Satz wie Münteferings “Die Bundesrepublik ist auf Jahrzehnte sozialdemokratisch”. Und das, nachdem die SPD mit der PDS/ML de facto die zweite Abspaltung verkraften musste, mit der sie zudem nicht koalieren will (weshalb nicht? die Positionen dieser Partei sind sicher näher an der “Sozialen Gerechtigkeit”, als die der verhassten FDP).

    Da das offensichtlich nicht der Wahrheit entspricht, versucht man eine Lebenszeitverlängerung des gescheiterten Sonnenkönigs mittels Advokatentricks. So schnell nach einer Wahl hat noch niemand aus offenkundigem Machthunger das Votum des vorher beschworenen Souveräns zuverdrehen und umzudeuten versucht. Die letzten kaum verhüllenden Masken fallen.

    Nur weiter so… kürt mit Taschenspielertricks den nächsten Kanzler. Zersplittert die Parteienlandschaft und führt die Republik in den Abgrund.

    Dieser Umgang mit der Demokratie wird auf diese Clique aus sich selbst feierenden Clowns zurückschlagen.

  7. Jan sprach

    Aber findest du nicht, dass die sich alle ein wenig zu viel feiern?

    Nur Stoiberchen ist z.Z. verdammig ruhig. Kann der nicht mehr, oder wartet er doch noch auf seinen großen Auftritt als Angies Gegenkandidat?

    Wie auch immer. Die feiernden Clowns lassen sich in jeder Partei finden nicht nur bei der “noch Regierung”.
    Meine Meinung.

  8. Andrea Weimann sprach

    @Jan
    Ich kann keinen außerhalb der SPD, der Linken und der FDP ausmachen, der sich feiert. Bei den Linken und der FPD gibt es dazu im Gegensatz zur SPD aber auch Anlass genug.

    Bei keiner Partei habe ich nach der Wahl “Daumen hoch”-Posen gesehen - außer bei der Jubelschar um den Sonnenkönig und den neuen Zuchtmeister der Sozialdemokratie. Ich finde es schon bemerkenswert, mit welcher “Hurra!”-Mentalität dort das Ende von Rot-Grün gefeiert wird.

    Kein Vergleich zum erfrischenden Realismus der Grünen.

  9. Marcel Bartels sprach

    @Jan
    Das ist allerdings richtig. Gefeiert haben wir jetzt genug, jetzt heißt es, uns weiter an die Arbeit zu machen, damit Gerhard Schröder zügig die Regierung bilden kann.

    @Andrea
    Wenn die Grünen von einer Schwarzen “erfrischend realisitsch” genannt werden, dann bin ich wohl in der SPD in der richtigen Partei. Ich bin mal gespannt, wer als erstes umfällt: Merkel oder die FDP. Und wenn es dann ans Umfallen geht, dann werden wir sicher noch einen Wettbewerb erleben, wer besser umfällt und eine Linkspartei, die sich am Umfallerwettbewerb beteiligt. Das entspricht genau dem liberalen Gedanken von mehr Wettbewerb in der Politik.

    Und wenn niemand umfällt, dann wird eben neu gewählt.

    Die Union kann das nur verhindern, indem sich Angela Merkel und Edmund Stoiber mit Lothar Bisky oder Claudia Roth und Reinhard Bütikofer über die Bildung einer Regierung einigen.

  10. Andrea Weimann sprach

    @Marcel
    na, da sitzt aber einer total auf einem falschen Roß:

    1. bin ich mir sicher, dass da keiner umfällt (warum auch?)

    2. wird der nächste Kanzler, den die SPD stellt, sicher nicht auf den Namen “Schröder” hören - der jetzige hat “fertig”

    3. sind die Grünen, wenn sie nicht am Gängelband der SPD zu hängen, durchaus in der Lage, andere Positionen als nur linke einzunehmen; anders, als es ihnen gemeinhin zugetraut wird (Stichwort: konservativ, im Sinne von “bewahrend”)

    4. “…von einer Schwarzen…” - meinen sie MICH? Ich bin weit davon entfernt, eine Lagerschranze zu sein. Mein politische Heimat ist im derzeitigen Niemandsland - wirtschaftspolitisch genau zwischen Oswald Metzger und weiten Teilen der FDP

  11. Marcel Bartels sprach

    @Andrea
    Da sind Sie eine echte Schwampel? Äh, ich meine natürlich eine echte Schwampel-Anhängerin. Sie haben bloß hier schon des öfteren schon solch einen Unfug abgesondert, dass ich mir ziemlich sicher war, dass kommt von der Union.

    Wenn Sie nun also Ihre wirtschaftlichen Weißheiten vom Arbeitgeberverband Gesamtmetall bzw der INSM beziehen, wo sowohl die FDP als auch Metzger Ihren Unfug herhaben, dann macht das die Ansichten natürlich auch nicht besser. Aber die Ansichten der INSM bzw das Märchen von der freien Marktwirtschaft, in der eine unsichtbare Hand alles zum Guten führt, haben in Deutschland keine Mehrheit, und dass sie auch keine bekommen, dafür werden wir sorgen.

    Wie eine freie Marktwirtschaft nach dem Vorbild dieser libertären Ideologen aussieht, konnte die ganz Welt im postkommunistischen Rußland mitansehen. Oswald Metzger vertritt nun auch wahrlich keine besonders grünen Positionen sondern einfach nur Arbeitgeberpositionen, kein Wunder, dass er keinen Platz auf der Landesliste bekommen hat.

  12. AS sprach

    Ach jaaa, heute äußerte sich Scherf… Wohl auch ein Dampfplauderer, der sein Maul halten sollte?

    LOL

    Wowereits Idee zieht die vorbestimmten Kreise. Wer geglaubt hat, Wowereit hat die Idee einer Koalition OHNE Schröder nur so mal in die Mikros geplappert, der ist naiv, denn heute meinte Scherf, der aus Bremen, daß man innerhalb der SPD gut daran täte, Personalfragen nicht so wichtig zu nehmen und sich lieber auf die Sache konzentrieren sollte. Was heißt: der Brutus ist schon unterwegs, er muß nur noch ins Büro des von der Macht besoffenen Schröder ankommen.

    Bin mal gespannt, Marcel, wie Sie den Übergang von Schröder zu Mr. X intellektuell bewerkstelligen werden. Ich denke, Sie werden wieder mal SED-like (so wie Ihre Sprache eh ist), Grundsätze über Bord werfen, nur um schön im Strom des Meinungsbildes der SPD zuz bleiben, dabei gibt es jede Menge Genossen, ich kenne welche, die sind nicht 100 prozentig mit allem einverstanden. Siee schon…

    Das ist so irre witzig an Ihnen.

  13. Jurastudentin sprach

    Ist das eigentlich deine Kittykatze? :P

  14. luke sprach

    > Solche informationsfreien und stimmungsmachenden Sätze sind es, die den Wahlkampf für
    > rot-grün so schwierig gemacht haben.

    Nein. Das vollständige Versagen der SPD war es, die ihr den Wahlkampf erschwert hat. Sieben Jahren hatten sie Zeit, und haben tatsächlich nichts richtig hinbekommen.

    Die Folge ist, daß wir eine Rekordzahl an Arbeitslosen haben, jedes Jahr 40.000 Unternehmen in die Insolvenz gehen, die Staatsschulden ausufern und die überbordende Bürokratie der Wirtschaft und den Bürgern die Luft zum Atmen nimmt. Das Steuerrecht ist seit zwanzig Jahren dringend reformbedürftig, dasselbe gilt für weite Teile des Rechts- und Sozialsystems. Nichts davon hat die SPD hinbekommen und ist sogar an dem lächerlichen Mini-Reförmchen HartzIV gescheitert, weil sie unfähig war, diese den betroffenen Bürgern zu vermitteln.

  15. Andrea Weimann sprach

    “Sie haben bloß hier schon des öfteren schon solch einen Unfug abgesondert…”

    Ich gestehe, dass ich ab und an versucht war, Ihr Niveau zu erreichen - aber es ist verdammt schwer, so weit herunterzukommen. Die Aneinanderreihung von Halbwahrheiten und unreflektierten Zitatenorgien, mit der Sie hier aufwarten, hat jede sinnvolle Auseinandersetzung im Keim erstickt. Und mittelmäßige Polemik beantwortet man besser mit guter Polemik.

    “…haben in Deutschland keine Mehrheit, und dass sie auch keine bekommen, dafür werden wir sorgen.”

    Wer ist “wir”? Gerd der Ewige und sein neuer Adlatus Marcel? DAS Traumduo für mehr Schwung in der Abwärtsspirale? Oder machen Sie sich warm für die Nachfolge - jetzt, da ja doch von Tag zu Tag der Putz mehr bröckelt und sicher ein gleichwertiger Ersatz für Schröder gebraucht wird, wirds höchst Zeit in die Pötte zu kommen. Für Sie spricht, dass Sie opportunistisch, selbstgerecht und hämisch genug sind, den Sonnenkönig zu beerben - dagegen, dass Sie nicht ansatzweise das Format früherer SPD-Kanzler wie Schmidt oder Brandt haben… aber für intellektuelle Lichtgestalten ist in Ihrer Partei ohnehin kein Platz. Also, worauf warten Sie?

    “Wie eine freie Marktwirtschaft nach dem Vorbild dieser libertären Ideologen aussieht, konnte die ganz Welt im postkommunistischen Rußland mitansehen. Oswald Metzger vertritt nun auch wahrlich keine besonders grünen Positionen sondern einfach nur Arbeitgeberpositionen, kein Wunder, dass er keinen Platz auf der Landesliste bekommen hat.”

    Na endlich… jetzt ist es raus. Die libertären (oder waren’s libertinäre?) Kräfte haben Rußland zerrissen! Das jahrhundertelang gebeutelte Land hat es nicht innerhalb einer Generation geschafft, sich den grausamen Aktivitäten eines entfesselten Marktes erwehren, obwohl schon lange die liebenden Sowjetführer vor dieser Pest gewarnt hatten!
    Ein wahrlich gelungener Vergleich… fast noch übertroffen von Ihren “Auslassungen” zu Herrn Metzger.

    Marcel, Sie sind ein ganz großer! Menschen wie Sie sagen “Markt” und meinen “Staat”, sie sagen “Gerechtigkeit” und meinen “Staat” und sie sagen “Demokratie” und meinen “Macht”.

    Und sie verwechseln sich… mit freien Menschen.

  16. Marcel Bartels sprach

    @Jurastudentin
    Nee, ist nicht mein Kätzchen. Ich habe aber schon ein paar Bilder auf Vorrat gemacht.

    @luke
    Warum hat die Union alles, was Sie sabotieren konnte, im Bundesrat sabotiert? Warum hat die Union vor zwei Wochen die Abschaffung der Eigenheimzulage im Bundesrat blockiert? Weil die Union nichts anderes als Sabotage macht, seit sie die Mehrheit im Bundesrat hat, und der Union Deutschland völlig egal ist.

    @Andrea
    Der Union geht es nur darum, an die Macht zu kommen, um ihre schwarzen Koffer vollzustopfen mit dem Geld, was sie durch die Steuererhöhungen einnimmt. Die Union hält doch nichts anderes zusammen, als der Wunsch, möglichst viel Geld abzugreifen. Werte, Ziele - Fehlanzeige.

    Wie ihre Freiheit aussieht, läßt sich derzeit in den USA oder im Irak besichtigen. Wir wollen das hier nicht.

  17. Manni der Erlöser sprach

    @Andrea:
    Was Herr Bartels unter “Markt” versteht, hat er gerade eben in diesem Thread beschrieben, schau mal rein:

    https://mein-parteibuch.de/2005/09/19/gerhard-schroeder-startet-mit-kritik-an-zdf-chefredakteur-nikolaus-brender-eine-mediendebatte/#comment-4779

    Zitat Bartels:
    “Markt ist eine staatliche Veranstaltung”

    Sein Sprachduktus und seine Denkweise entsprechen bester SED-Tradition.

  18. Manni der Erlöser sprach

    @Andrea:
    Vielleicht will sich der Herr Bartels ja auch nur für künftige Aufgaben in einer neu vereinten sozialisten Partei empfehlen, vielleicht in ca. 4-6 Jahren, wenn PDS/SED/Linke und SPD sich endlich, endlich wieder brüderlich umarmen und vereinigen können…erste Probeläufe sind ja schon angedacht.
    Brüder, zur Sonne, Brüder zum Licht.
    Genosse Bartels, die Partei braucht Sie!

  19. Andrea Weimann sprach

    *singt falsch, laut und mit fester Stimme*
    DIE PARTEI, DIE PARTEI, DIE HAT IMMA RECHT…

    @Manni
    schöner Bericht, den Du im anderen Thread geschrieben hast. Ich fürchte nur - vergebliche Liebesmüh’…

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