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Tagebuch meines Parteieintritts

[Subjektiv, persönlich, parteiisch]

Schlagzeilen-Ansicht

15. Oktober 2006

Jugendfreundschaft

von @ 15:48. abgelegt unter Presseschau, Deutschland, Politik, BND, Bundesnachrichtendienst

Glaubt man einer Webseite des Nachrichtenmagazins Der Spiegel, dann hatte der aus dem Münsterland stammende Journalist beim Focus Josef Hufelschulte “offensichtlich Informanten” innerhalb des Bundesnachrichtendienstes. Glaubt man einer Webseite des Focus, dann stammt der frühere Präsident des Bundesnachichtendienstes und heutige Staatssekretär im Bundesinnenministerium, August Hanning, ebenfalls aus dem Münsterland.

Wilhelm Dietl hat früher für den Bundesnachrichtendienst gearbeitet und hat dann später beim Focus angefangen. Beim Bundesnachrichtendienst hat sich Wilhelm Dietl mit seinen Büchern “Bedingt dienstbereit. Im Herzen des BND - die Abrechnung eines Aussteigers” und “Im Visier. Ein Ex-Agent enthüllt die Machenschaften des BNDnicht gerade besonders beliebt gemacht.

Josef Hufelschulte hatte gerichtlich durchgesetzt, dass der Bericht des Bundestag-Sonderermittlers Schäfer zum Journalistenskandal in Bezug auf seine persönlichen Daten geschwärzt wurde. In den Westfälischen Nachrichten wird Josef Hufelschulte so zitiert, als ob er behaupte, dass Wilhelm Dietl Josef Hufelschulte ausgeforscht habe. Im Bericht vom Focus, also vom Brötchengebers des Josef Hufelschulte, wird behauptet, dass “nach den Recherchen von Bundestag-Sonderermittler Gerhard Schäfer Müller und Dietl über Jahre den BND Journalisten bespitzelt haben sollen.” (Fehler wie beim Focus) Wilhelm Dietl bestreitet, Kollegen bespitzelt zu haben.

Im R-Archiv ist nun ein Bericht mit Titel »BND- Journalistenaffäre« der Handlungsreisende aufgetaucht, in dem auch das Wort “Jugendfreundschaft” vorkommt, und der auf die Frage, wer wen beim Focus bespitzelt hat, ein interessantes Licht wirft. Wilhelm Dietl wird für mich von Tag zu Tag glaubwürdiger.

6 Kommentare zum Beitrag “Jugendfreundschaft”

  1. Kai sprach

    Hallo Marcel,
    Du sprichst das interessante Thema Nachrichtendienste in Deinem Beitrag an. Aber Du nennst konkrete Personen und konkrete Vorgänge. Du weißt, dass so etwas im Zeitalter der buskeitischen Abmahnwelle nicht gerne gesehen ist.

    Du solltest Dir überlegen, ob Du den Schwerpunkt beispielsweise auf die abstrakte Erläuterung nachrichtendienstlicher Begriffe legen möchtest. Das ist auch interessant und beinhaltet nahezu keine juristische Risiken. Sobald das Äußerungsrecht modernisiert ist, kannst Du dann wieder über konkrete Sachverhalte berichten.

  2. Hartmut Pilch sprach

    Kai, so einen Blog über abstrakte Begriffe würde ich wahrscheinlich nicht lesen. Schon der jetzige Artikel ist allerdings durch die Schere im Kopf so verschnörkelt, dass es einige Mühe macht, ihm zu folgen.

    Marcel, der Artikel enthält noch ein paar Grammatik-Fehler (falsche Fall-Endungen).

  3. Marcel Bartels sprach

    Hartmut, meine Meinung zu Geschichten aus dem Bereich der deutschen Geheimdienste zu schreiben, finde ich tatsächlich recht schwierig. Trotzdem finde ich es sehr wichtig, etwas Licht in den Bereich des Filzes zwischen Nachrichtendiensten und Nachrichtenmagazinen zu bringen.

    Ich muss ehrlich sagen, dass ich Ewald T. Riethmüller vom R-Archiv dafür, wie er das schafft, nahezu unangreifbar auch über heikelste Sachverhalte zu schreiben, großen Respekt zolle.

  4. Mein Parteibuch » Ex-BND-Boss August Hanning in den Schlagzeilen sprach

    […] In den Worten Nachrichtenmagazin und Nachrichtendienst steckt jeweils das Wort Nachrichten drin. Gibt es noch mehr Verbindungen? Als ich gestern unter dem Titel Jugendfreundschaft eine Landeier-Geschichte aus dem Münsterland zum ehemaligen Präsidenten des Bundesnachrichtendienstes und jetztigen Innenstaatssekretär Dr. August Hanning und zum Journalisten beim Focus Josef Hufelschulte postete, ahnte ich bereits, dass diese Namen in den nächsten Tagen noch häufiger in den Schlagzeilen der Medien zu finden sein würden. […]

  5. Mein Parteibuch » Neu bei Boeing im Angebot: Entführung leicht gemacht sprach

    […] Das nenne ich mal eine erfolgreiche Private-Public-Partnership. Wenn Sie also mal jemanden zum Foltern nach Afganistan, Syrien, Ägypten oder so bringen wollen und über das nötige Kleingeld verfügen, dann sollten Sie jetzt zugreifen. Während man in Deutschland hinter verschlossenen Türen unter Jugendfreunden noch darüber diskutiert, wie das Unglück passieren konnte, dass Khaled El-Masri zurück nach Deutschland gekommen ist, macht George W. Bush in den USA Nägel mit Köpfen. […]

  6. Mein Parteibuch » Die Drei von der Gazprom-Tankstelle sprach

    […] Wer sich auf die Suche nach dem sechzehnten Kaninchen mit großen Schlappohren machen will, dem sei als Einstieg in Recherche die Lektüre des Parteibuch-Artikels Jugendfreundschaft ans Herz gelegt. Wer wissen will, warum Khaled El-Masri entführt und gefoltert wurde, der möge im R-Archiv den Artikel »Khaled el Masri« die polnische Spur lesen. [Trackback URI]    [Permalink] […]

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