Wie ich gerade bemerkt habe, kann man inzwischen den Feed von Mein Parteibuch auch bei der Blogsuchmaschine Bitacle lesen, Beiträge kommentieren und sogar diggen.
Besonders nützlich erscheint mir die Kommentarfunktion bei bitacle, weil Mimosen ihre Beschwerden für Kommentare dann an den Spanier Jesus Angelo Gonzalez anstatt an mich richten dürfen und ich mir die Arbeit der Zensur sparen kann. Schade finde ich jedoch, dass Bitacle nicht wie der leider etwa langsam arbeitende Parteibuch Mirror auf de.redtram.org auch die eingebauten Bilder wenigstens als Thumbs mit auf Bitacle rüberzieht und schon gar nicht die als pdf eingestellten Dokumente zu Bitacle rüber kopiert werden.
Was mich freut, ärgert andere. Kalli, Udo, Thorsten, Robert, SteBu, Hagen, Wolf, Metty, Florian und einige andere Blogger sind mit dem Mirror ihres Blogs bei Bitacle nicht ganz so zufrieden wie ich. Um Blogger auf den Dienst aufmerksam zu machen, hat Bitacle netterweise auch gleich noch Trackbacks zu dem Originalbeitrag geschickt. Inhalte im Internet per RSS zu publizieren und dann laut Copyrightverletzung zu rufen, wenn jemand den Feed nutzt, erscheint mir im Informationszeitalter übrigens nicht mehr zeitgemäß. Sollte Bitacle in Spanien juristisch platt gemacht werden, wird sich sicher bald jemand finden, der so einen Dienst in Indonesien oder auf Vanadu aufsetzt.
Wer Wordpress benutzt und bei Bitacle gern etwas anderes als den Content seines Weblogs publizieren möchte, kann übrigens über einen Eintrag in includes/feed-functions.php in die Funktion the_excerpt_rss() wie
if($_SERVER['REMOTE_ADDR']=='212.22.59.251' || $_SERVER['REMOTE_ADDR']=='81.172.109.137') $output="Den Content von meinem Blog lesen Sie bitte auf meiner Webseite ...";
einen individuell auf Bitacle abgestimmten Text publizieren. Das gleiche läßt sich natürlich auch mit einem Filter auf den User-Agent “Bitacle bot/1.1″ machen.
Wer Bitacle überhaupt nicht mag, kann auch einfach:
if($_SERVER['REMOTE_ADDR']=='212.22.59.251' || $_SERVER['REMOTE_ADDR']=='81.172.109.137') exit;
in seinen Feed und seinen Trackbackprozessor einbauen.
Nachtrag: Im Kampf gegen Contentparasiten sollte man sich meiner Meinung nach lieber mit dem gerade in Kraft getretenen Gesetz über die Deutsche Nationalbibliothek beschäftigen, womit Webseitenbetreiber allen Ernstes bei 10.000 Euro Strafe dazu verpflichtet werden sollen, ihre Webseiten auf eigene Kosten bei der Deutschen Nationalbibliothek abzuliefern.
| M | D | M | D | F | S | S |
|---|---|---|---|---|---|---|
| « Aug | Okt » | |||||
| 1 | 2 | 3 | ||||
| 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 |
| 11 | 12 | 13 | 14 | 15 | 16 | 17 |
| 18 | 19 | 20 | 21 | 22 | 23 | 24 |
| 25 | 26 | 27 | 28 | 29 | 30 | |
Par·tei·buch n. Heft mit persönlichen Daten und Mitgliedsnummer zum Beweis der Mitgliedschaft in einer Partei


[powered by WordPress.]
18 queries. 0.534 seconds.
Built dynamically. Top
na das mit dem feed nutzen und dann wegen copyright verletzung schreien hatten wir doch neulich erst bei blog-it und co … fand ich auch etwas daneben. aber gut …
im grunde sind das alles nur fremdcontent verwerter, wie technorati etc. - aber gegen die hat ma wieder keiner was weils ja technorati ist … warum auch immer.
@Thomas
Da gibt es schon einen Unterschied: Technorati will erst angepingt werden, bevor es Content saugt. Besser ist das mit dem Fremdcontent-Verwerter-Google zu vergleichen: Google kommt auch ohne, dass man Google drum bittet.
Damit Google trotzdem als freundlich wahrgenomen wird, beachtet Google allerdings die Datei robots.txt. Wenn die Leute von Bitacle clever sind, machen sie das ähnlich wie Google, identifizieren ihren Useragent auch in den Trackbacks anständig als Bitacle Bot und nutzen auch die robots.txt Schnittstelle.
Damit könnte sich dann jeder, der sich beklaut fühlt, aussuchen, ob er Bitacle verklagt oder lieber einfach eine Zeile in seine robots.txt einfügt.
Meine Meinung: Die Übernahme von fremdem Content in einem öffentlich abrufbaren System ist nach deutschem Recht eine Urheberrechtsverletzung. Darüberhinaus könnte eine Verletzung am Recht an der Datenbank vorliegen. (Ein Urheberrecht an einer Datenbank halte ich für überflüssig, aber ein solches ist eben nun mal dank der EU-Diktatoren definiert.)
Also wenn jemand einen RSS-Feed ausschließlich für private Zwecke nutzt, dann ist das vollkommen ok. Aber die Übernahme von fremdem Inhalt in ein öffentliches System ist nicht erlaubt. Das ist ganz klar eine Urheberrechtsverletzung.
Letztlich ist das aber sowieso egal, denn die Nationalbibliothek will das digitale Deutschland archivieren. Also man kann gar nicht verhindern, dass einmal veröffentlichte Inhalte irgendwo anders zur Verfügung gestellt werden.
ja dann wäre aber google ja ein mega urheberrechtsverletzer … robots.txt hin oder her … aber google schützt sich ja durch so ein seltsames gesetzt in CA davor deswegen belagt zu werden. die gelten ja dort drüben als “bibliothek” oder archiv oder so… weiß nich mehr.
@ 4 Den öffentlich zugänglichen Google-Cache sehe ich als nach deutschem Recht urheberrechtlich problematisch an. Im Ausland ist das vielleicht erlaubt?
Man sollte bedenken, dass bitacle.org durch eigene Werbung mit deinem Inhalt Geld verdient, ohne dass du etwas davon hast bzw. du keine Chance hast, deine Google-Anzeigen zu präsentieren.
Ich habe sicherlich nichts dagegen, wenn meine Inhalte woanders dargestellt werden. Wenn aber jemand seine Seite (ungefragt!) durch meine Inhalte bereichert, um dann durch Werbung abzukassieren, halte ich das Konzept für fragwürdig.
So unaufgeregt kennt man dich ja gar nicht?!
@L-Roy
Wenn bitacle mit der Präsentation meines Contents Geld verdient, dann ist das für mich OK. Ich habe nicht grundsätzlich etwas gegen Leute, die Geld verdienen. Auch die Programmierer von Bitacle müssen irgendwie leben. Letztlich glaube ich übrigens nicht, dass ich dadurch irgendwie weniger Traffic habe. Ich glaube eher, das ist umgekehrt - die Leute folgen den Links von Bitacle zu mir. Wenn mir die Seite von bitacle aus irgendwelchen Gründen nicht mehr gefällt, dann werfe ich sie einfach wie oben beschrieben raus oder blende denen anstelle von Content einfach Werbung von mir ein.
@Marketing
Vielleicht liegt das daran, dass meine Seite nicht unter Copyright, sondern unter Copyleft steht? Nett wäre es, wenn sich noch wer findet, der das Parteibuch Wiki spiegelt. Da gibt es übrigens auch RSS-Feeds.
Es kann dir aber auch passieren, dass die bitacle-Seiten irgendwann aufgrund des “Mehr” an Gesamtcontents und der damit verbundenen internen Verlinkung bei Google und anderswo erst besser gelistet werden, als die deinen und Google dich späterhin (versehentlich…) wg. doppelten Contents aus dem Index schmeisst.
Nicht das wir uns falsch verstehen. Ich wär sofort dafür dich ausm Index zu werfen. Schlimm wär halt nur, wenn die Fälschung übrigbleiben würde.
Ungeheuerlich: Zwangsarchivierung durch deutsche Nationalbibliothek vernichtet Privatsphäre
Im Verlauf der Bitacle-Recherche stieß ich im Parteibuch-Eintrag auf einen Punkt, der den Ärger mit Contentsammlern harmlos erscheinen lässt und eher nach einem schlechten Aprilscherz klingt als nach Wirklichkeit: Es geht um das Gesetz über die Deu…
Ooopps, da muss der Strafverteidiger aus Düsseldorf (hier schlicht “Udo” http://37sechsblog.de/?p=943 genannt) wohl wieder einen Fremdauftrag an seinen Webmaster vergeben, um den Code-Schnipsel eingebunden zu bekommen.
Wer mal etwas Geld von richtig solventen Unternehmen kassieren will, sollte das hier lesen: http://37sechsblog.de/?p=970
Und die “Natinalbibliothek” betreffend schlage ich vor, dass wir alle ins europäische Ausland umziehen. Virtuell … is klar, nee?!
Mann muss ja auch keine Full-Feeds zur Verfügung stellen.
Hm, primär DHTML- und AJAX-Spielerei in Form einer Art “Blog-Aggregat” oder “Blog-Portal” bzw. “Blog-Suchmaschine”. Ist die Frage, inwiefern man denen per Google ans Bein pinkeln kann, denn die Programmrichtlinien von Google Adsense besagen, dass Adsense in bestimmten Fällen nicht benutzt werden darf, z.B.:
“Jede andere Art von Content, der illegale Aktivitäten fördert oder die Rechte anderer verletzt.”
Da bitacle den Bloggern offenbar keine Wahl läßt, ob sie ihre Inhalte freiwillig übernehmen lassen oder nicht, wäre hier eine Rechteverletzung ggf. einschlägig. Das “Team Qualitätssicherung” bei Google ist freundlich, kompetent und reagiert schnell.
MfG
Daniel
Ach Leute, vielleicht werft ihr mal einen Blick in die CT bevor ihr euch über die DNB aufregt, hmm? Oder schaut mal bei Leuten, die sich damit auskennen? Hier z.B.:
http://log.netbib.de/archives/2006/09/22/tecchannel-uber-digitalen-sammelauftrag-der-dbb/
Ad Astra
[[Inhalte im Internet per RSS zu publizieren und dann laut Copyrightverletzung zu rufen, wenn jemand den Feed nutzt, erscheint mir im Informationszeitalter übrigens nicht mehr zeitgemäß]]
Massiver Widerspruch! Schon weil das absolut dem Urheberrecht widerspricht. Aber mit dem selben Argument könnte man auch sagen: Selbst schuld, wer ein Foto, einen Text in der Zeitung veröffentlich - ist doch nicht mehr zeitgemäß wenn man erwartet, dass das dann niemand einfach abschreiben und damit Geld verdienen darf. Mit meiner eigenen Arbeit und meinen eigenen Werken möchte ich schon selbst bestimmen, ob und wer damit Geld verdienen darf. Demnächst nimmt sonst noch jemand einfach mein Auto und fährt damit herum, Argument: Wenn Du’s auch hier in der Öffentlichkeit herumstehen läßt …”.
@Franz
Von der deutschen aus dem Industriezeitalter stammenden Rechtslage, die dem Informationszeitalter in keiner Hinsicht angemessen ist, habe ich wohlweislich gar nicht erst geredet, weil die keine Rolle spielt. Unabhängig von der Rechtslage will ich aber mal eine rechtliche Argumentation im Sinne des Dienstes aufzeigen:
RSS bedeutet “real simple syndication” und ist ein Format zur besonders einfachen Verteilung von Pressemitteilungen. Das Format RSS zeigt also, dass die Inhalte dort Pressemitteilungen sind. Wer Pressemitteilungen herausgibt, muss damit rechnen, dass sie von Dritten publiziert werden. Wer das nicht möchte, sollte also ein anderes Format als das Format “Pressemitteilung” wählen, um seine Inhalte zu publizieren.
Unzeitgemäß erscheint mir der laute Ruf nach Copyrightverletzung allerdings nicht wegen dieses Zusammenhangs, sondern weil er unsinnig ist. Durch die Syndication der Inhalte der Feeds wird die eigene Webseite bekannter, und genau das ist ja das Ziel der Feeds. Öffentliche Aufmerksamkeit ist eine der knappesten Resourcen im Informationszeitalter, und wenn dann jemand einerseits Feeds veröffentlicht, um möglichst viele Leser zu bekommen, und andererseits dann nach Copyright-Verletzung ruft, wenn er Aufmerksamkeit bekommt, erscheint mir das im Informationszeitalter widersinnig.
Vor allem verkennt der laute Schrei nach dem Copyright, dass das Internet global ist. Sollten die Juristen hier in Europa solche Dienste wie Bitacle platt machen, dann entstehen die Jobs eben in anderen Ländern. Anstelle im Informationszeitalter nach Gerichten zu rufen, die das böse Internet kontrollieren, sollten Leute, die den Dienst nicht mögen, also besser mal eben fix den Editor starten, und Bitacle - wie oben beschrieben - einfach rauswerfen.
@Marcel
Prinzipiell stimme ich Dir in vielen Punkten zu. Trotzdem kommen noch zwei “aber”:
1) Ich glaube, Du deutest den Begriff “Syndication” falsch. Der bedeutet nicht “Pressemitteilung”, sondern im Zusammenhang mit RSS schlicht “Verteilung”; von kostenlos oder frei keine Rede. Syndication ist eine Praxis, die beispielsweise Verlage anwenden, um Content zweitzuverwerten, sprich: an Dritte verkaufen (!), Simple Syndication ist einfach ein technisch simpleres Verfahren, dies zu tun, löst das Urheberrecht deshalb aber nicht gleich in Luft auf.
2) Öffentliche Aufmerksamkeit ist gut und wichtig und mag auch die Motivation sein. Aber ich fürchte, Du vertraust auch zu sehr in das Gute im Menschen. Nicht alle nutzen den RSS-Content auf redliche Weise. Vielmehr sind zahlreiche Leute unterwegs, die einfach nur fremden Content abgreifen, damit Google-Spam-Websites füllen und über Anzeigen auf diesen Seiten Geld machen. Zusätzlich schadet der ursprünglichen Websites dieses Verhalten in Hinblick auf ihr Suchmaschinen-Ranking.
Bezüglich Globalisierung: Außer in China und ein par anderen ähnlichen Ländern gibt es Urheberrechtsgesetze weltweit, das ist kein dummes, deutsches Zeug, sondern Existenzgrundlage für eine Milliardenschwere Verlags-Industrie. Ganz so überflüssig, wie Du as siehst, ist Urheberrecht keineswegs!
[…] Weil Feed-Aggregatoren wie Planeten in der Vergangenheit nicht nur wie bei mir auf Begeisterung gestoßen sind, sondern auch sehr kritisch diskutiert wurden, habe ich bisher nur den Blog des Mobbing Gegners und Schott’s Blog in die dynamischen Blogroll aufgenommen. […]