Bereits vor mehr als einem Jahr habe ich erklärt, dass für mich die Lizenzen der Musikindustrie inakzeptabel sind und mir deswegen keine Musikkonserven von der Musikindustrie kaufe. Erfreulich ist nun die Nachricht, dass es immer mehr Musiker gibt, die ihre Musik nicht von der Musikindustrie verlegen lassen. So ist zum Beispiel der Chaos Computer Club Regensburg gerade zum Musikverlag avanciert und vertreibt Musik unter dem Titel Pimp my Rights zu akzeptablen Lizenzen, die das Kopieren und Weiterverbreiten erlauben.
Musikliebhaber möchte ich dazu aufrufen, nicht in Deutschland verbotene verdongelte kostenlose Downloadplattformen wie allofmp3.com zu nutzen oder illegal kopierte Musik über Torrent-Tracker wie die Pirate Bay zu saugen, und sich da den Schrott der Musikindustrie kostenlos runterzuladen, sondern Plattformen für frei kopierbare Musik zu erforschen. Auf opsound.org, CC Hits, Starfrosch, Jamendo und ccMixter findet sich reichlich freie Musik, wo mir der Spaß am Hören nicht beim Blick auf die Lizenz vergeht.
Die Manager der Musikindustrie sollen von mir aus an ihren mit Rootkits versehenen Silberscheiben ersticken und sich zur Strafe rund um die Uhr Paris Hilton anhören müssen, aber von mir bekommt die Musikindustrie keinen Cent. Hoffentlich bekomme ich jetzt keine Abmahnung der Kanzlei Waldorf, weil ich den Ohrenkrebs ihrer Mandanten nicht kaufen will.
Wo ich nun soviel über Musik geredet habe, möchte ich auch noch einen MP3Dump loswerden: das melancholische Lied Ophelia’s Song von DNA, was es hier kostenlos als mp3 zum Download (5,3 MB - unter CC - BY: 2.5 Lizenz) gibt, gefällt mir ausgezeichnet.
Wer als Musiker auch ansprechende freie Musik macht und die Musikindustrie , die GEMA als Rechtsnachfolgerin der von Hitler’s Propaganda-Minister Goebbels gegründeten STAGMA und die GEMA-Vermutung im Urheberrechtswahrnehmungsgesetz genauso wenig mag wie ich, darf mir übrigens gern Vorschläge für mp3dumps schicken. Gerne werde ich solche Künstler hier im Parteibuch vorstellen.
PS: Mehr Informationen zu “Pimp my Rights”, zu freier Musik und zur Abzocke mit Musik-Urheberrechten gibt es zum Beispiel bei F!xmbr, fx3.org, Missis Notizblock,Phantastische Welten, Wir haben bezahlt, Golem und im Spreeblick.
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Sehr gute Einstellung auch gute Empfehlungen.
Ich empfehle mal hier http://overplay.co.uk/ welches Musik fuer unsignierte Bands anbietet. Einige davon koennen auch gekauft werden >_> einfach mal reinschauen.
Solange man die GEZ noch nicht zaheln muss…kommt ja jetzt…grrr >_
@UsF
Die Lizenzbedingungen bei Overplay sind für mich nicht akzeptabel. Ich hätte gern freie Musik und nicht Musik, die zu ähnlichen Lizenzbedingungen, wie sie von der Musikindustrie verwendet werden, von einer Internetseite verkauft werden.
Hi,
Auch wenn ich kein Freund des Verhaltens der GEMA bin (warum muß ich als Veranstalter für ein Konzert einer Indi-Band GEMA-Gebühren und die Band bezahlen, und die Band bekommt für ihre Stücke nix von der GEMA?) halte ich den Spruch, der implizit abwertend sein soll, über die Herkunft der GEMA für unpassend. Dies insbesondere für eine rote Socke, die sicher gerne auf Mai-Demos am 01. Mai geht.
Mein Geheimtipp sind folgende Blogs, die viel gute Musik und immer wieder mal komplette CD-Kompilationen zum Download anbieten:
[Editor: Links zu den Blogs funky16corners und livinginstereo entfernt]
Wie ich las, gibt’s hier momentan Musik zum Nulltarif, da VISA sich weigert, den Mittler zum Geldverkehr mit allofmp3 zu machen:
http://www.oe24.at/zeitung/digital/computer/article47919.ece
Wenn schon ein Kreditkartenunternehmen “motiviert” wird, sich aus dem ureigensten Geschäftsfeld rauszuhalten… da muss wohl ein wenig Druck dahinter stecken.
JA, das ist nicht wirklich “freie Musik”. Und sollte nicht als Anstiftung verstanden werden: gutes Geld für gute Musik geht in Ordnung.
Danke für den Link, Marcel. Ich empfehle auch noch ‘irate’ als Quelle für gute freie Musik.
Schönes Wochenende!
[Editor: Link korrigiert]
oops, Vergebung für den verpatzten Link oben.
@Martin
Was soll daran unpassend sein, die GEMA als Rechtsnachfolgerin der von den Nazis zur Gleichschaltung der Kunst gegründeten STAGMA zu bezeichnen?
Heutige Ärgernisse wie GEMA-Monopol und GEMA-Vermutung lassen sich genau darauf zurückführen. Verschlmmernd kommt hinzu, dass Künstler sich mit Haut und Haaren an die GEMA verkaufen müssen, und es ihnen danach auch zukünftig praktisch nicht mehr möglich ist, neue Werke nicht der GEMA zum Inkasso zu geben.
@Digitus
Genau solche Tips will ich nicht. Ich möchte Musikportale und Künstler vorstellen, die legal frei kopierbare Musik anbieten, weil die Künstler sich so entschieden haben. Ich suche keine Tips, wo man sich Musikkonserven der Musikindustrie am besten klauen kann. Die Links zu den Blogs funky16corners und livinginstereo habe ich deswegen entfernt.
Meines Wissens brauchen Anbieter von kostenloser Musik in Deutschland eine GEMA-Befreiung?
Das mit allofmp3 finde ich übrigens lächerlich, denn konsequenterweise müsste man sich dann auch weigern gelder an google/youtube etc zu überweisen. Ich meine wenn schon denn schon.
Ich finde Magnatune.com ganz nett. Nicht ganz so frei wie Herr Bartels das anscheinend gerne hätte, aber man kann alle Songs als 128Kbit MP3 kostenlos runterladen und erstmal anhören bevor man die Katze im Sack kauft.
Neben speziellen Lizenzen um die Musik in Filmen, Werbung, Telefonwarteschleife etc. benutzen zu dürfen kann man die Alben auch kaufen. Den Preis legt man in gewissen Grenzen selbst fest (4-14€) und 50% davon bekommt der Künstler. Alle wichtigen Formate inklusive OGG und WAV stehen zur Verfügung und natürlich ohne “DRM-Zwangsjacke”.
Jepp, Magnatune.com ist eine sehr schöne Sache!
Hmm…okay dann tuts mir leid.
Ich schlage mal www.pandora.com vor, eine Art Internet-Radio fuer viele verschiedene Bands, die dort ihre Lieder vorstellen. Sind halt meist Lieder aus kommerziellen Alben. Laesst sich trotzdem gut hoeren und das beste ist, das Radio liefert halt Vorschlaege zu anderen Musikern der gleichen Musikrichtung.
Nach einer Weile (glaub bei mir war das 2-4 Wochen fragte das Radio nach einer gratis Registrierung. Habe ich dann auch gemacht, seitdem kann ich mich dort einloggen (eingeloggt bleiben) und hab meine eigenen Hitlisten zum durchstoebern.
Hoffe der Link kann trotzdem gepostet werden, auch wenn es nicht wirklich freie Musik ist, man kann dort gut frei bestimmte Musik hoeren.
Nein. Zumindest nicht, wenn es um die Veröffentlichung von Musik im Internet geht. Wär ja noch schöner. Was allerdings richtig ist, dass hierzulande kein Presswerk anläuft, solang nicht von der GEMA eine sogenannte Freistellung erfolgt ist. Diese bescheinigt allerdings dann wiederum lediglich, dass keine Abgaben auf diesen Datenträger respektive Tonträger zu entrichten sind (in Richtung GEMA). Bisschen vereinfacht dargestellt, aber sollte als Antwort so ausreichen
@Marcel: Bisschen Eigenwerbung noch - bei mir drüben sammel ich auch ständig und recht regelmäßig entsprechende Downloadtips und beschäftige mich mit den rechtlichen Aspekten aus Sicht der von dir verhassten Manager.
Hab ich gefunden, passt auch ein wenig zum Thema.:
www.digitalone.ru/fakten.aspx?lang=de
@11 Das klingt so ähnlich wie Last.FM: http://www.last.fm/
Die sammeln auch Statistiken über den (eigenen) Musikgeschmack und machen daraufhin Vorschläge zu ähnlichem Material bzw. errechnen musikalische “Nachbarn” bei denen man dann nachschauen kann, was die sonst noch hören.
Naja. Je mehr ich finde und lese, um so weniger mache ich mir Gedanken beim kostenlosen MP3s laden.
www.microboss.de/gema_aktion/gema_protest.htm
Ist zwar nicht “frei” aber trotzdem cool: Das Label Nuclearblast hat mittlerweile auch Onlineshop, in dem Musikdownlaods verkauft werden. Und die meisten Stücke sind als MP3 ohne DRM kodiert.
Auch hatte ich noch nie eine Scheibe von diesem Label in der Hand, welche eine “Abspielsperre” aufwies.
Weitere kostenlose und freie Musik findet sich unter www.besonic.de - kostenlose Registrierung und massig Zeugs aus allen möglichen Bereichen.
Kein Kommerzieller Anbieter wie mittlerweile leider mp3.de.
Grüße
Ingo
p.s
Der Song ist toll Marcel - aber irgendwie finde ich nirdens weitere Songs. Bin wohl blind…
Die Lizenzbedingungen von Besonic sind für mich nicht akzeptabel. In den AGB von Besonic heisst es:
Das ist alles andere als frei. Unter freier Musik verstehe ich das Einräumen *übertragbarer* Nutzungsrechte. Schliesslich möchte ich Musik, die mir gefällt, weiter geben dürfen, ohne dafür kriminalisiert zu werden.
Das war ja auch bisher so gegeben. Und eine entsprechende Klausel, dass die *private* (und nur die) Weitergabe straffrei ist, gehört auch ins Urheberrecht. Allerdings kannst du von niemandem verlangen, dir *alle* Rechte an einem Werk zu überlassen. Das widerstrebt selbst mir und ist nicht einmal in der CC so verankert.
Unterscheiden sollte man dann eventuell die Nutzungsformen und an dem Punkt auch weiter differenzieren und nicht nur generell *fordern*. Sicher mags für den “Verbraucher” schick sein, mit einem Musikstück tun und lassen zu können, was er will - allerdings beruht dies auf Gegenseitigkeit. Und solang das Verständnis für “Fair Use” nicht umfassend gegeben ist, wirst du dich da weiter in einem Boykott üben müssen, der in dieser pauschalen Form auch “ehrliche” Künstler trifft. Oder hast du schonmal in irgendeiner Form eine Band unterstützt, deren Musik du für Umme nutzen darfst?
Ich wundere mich darüber, dass Musik auf Teufel komm raus ‘frei’ sein soll!? Hinter dem Wort ‘Musik’ stecken in der Regel Leistungen von Musikern, Toningenieuren, Grafikern, Designern und Promotern die das Komponieren, Aufzeichnen und Vertreiben von ‘Musik’ professionell betreiben. Im ungünstigesten Fall verdient der Musiker selbst am wenigsten an der Vermarktung aber es kann doch niemand ernsthaft erwarten, dass alle Beteiligten rein aus Spaß an der Freud arbeiten!? Die Ausstattung eines Tonstudios zum Beispiel kostet mordsmäßig viel Geld, das durch Vermarktung der Produktion erst bezahlt werden kann. ‘Freie Musik’ kann meiner Meinung nach nur von Amateuren kommen. Sicherlich sind Demo-Produktionen auch eine interessante Sparte der Musik, aber ich persönlich will meine Metal-CDs mit fettem Sound und aufwändiger Verpackung kaufen. Dass das nicht umsonst sein kann und wahllos weiterkopiert werden darf, versteht sich für mich von selbst. Ich will, dass die guten Künstler und die guten Tonstudios weiterhin gute Musik produzieren. Im übrigen finde ich einen Preis von 13-15 Euro für eine CD recht günstig. Vor zehn Jahren kosteten die doch meistens über 30 DM. Gruß, D.
@Falk + Dietrich
Verlangen kann ich das freilich nicht, dass mir jemand ein Nutzungsrecht an Musik einräumt, mit dem er mir die Weitergabe praktisch unbeschränkt erlaubt. Es kann aber eben auch niemand von mir verlangen, dass ich mir Musik anhöre, deren Lizenz mir nicht gefällt.
Es ist meine freie Entscheidung, dass ich Musik zu solchen Lizenzbedingungen nicht hören will oder zumindest kein Geld ausgeben will. Und diese Entscheidung möchte ich mir auch von der GEMA und dem Gesetzgeber nicht nehmen lassen.
Un ja, ich bekenne mich, ich habe mehr Spass an Musik, wenn die Künstler sie aus Spass an der Freud machen. Für “Metal-CDs mit fettem Sound und aufwändiger Verpackung” und noch viel aufwändigerer Marketing-Kampagne, um das Wunderwerk dann auch in den Markt zu drücken, kann ich mich nicht begeistern. Wer mag, soll sich rund um die Uhr das sicher aufwändig produzierte musikalische Wunderwerk von Paris Hilton anhören. Ich will das nicht.
Die Diskussion darum, welche Geschäftsmodelle wie tragend sind, ist wahrlich nicht neu. Zur Ökonomie der Aufmerksamkeit habe ich übrigens gerade einen eigenen Artikel in Vorbereitung, der wohl morgen erscheint. Aus der Diskussion um Open-Source-Software - und hier insbesondere bei den Betriebssystemen - sind die Argumente insbesondere auch zu den Geschäftsmodellen im wesentlichen bekannt. Und, siehe da, freie Software funktioniert.
Im übrigen gilt das auch für diese Webseite: Mein Parteibuch steht unter einer Copy-Left Lizenz, die das Kopieren von Inhalten erlaubt. Mir ist bisher nicht aufgefallen, dass mich das in irgendeiner Weise gegenüber denjenigen, die die Inhalte ihrer Webseite unter einer restriktiveren Lizenz anbieten, benachteiligt.
@Marcel
“Wer mag, soll sich rund um die Uhr das sicher aufwändig produzierte musikalische Wunderwerk von Paris Hilton anhören. Ich will das nicht.” *polemikmodusaus*. Also so einfach kann man es sich ganz bestimmt nicht machen. Paris Hilton, Christina Aguilera und Konsorten machen Millionen mit süßlicher Mainstream-Musik, die auch ich mir ganz bestimmt nicht anhöre. Mir geht es viel mehr um die Möglichkeiten für Künstler, die durch die Vermarktung ihrer Musik gerade so leben können oder sie nur semi-professionell betreiben. Von dieser Sorte Musiker gibt es jedenfalls im Metal-Bereich abertausende. Und die sind nunmal darauf angewiesen, durch Tonträgerverkauf und Konzertgagen ihre Investitionen in Aufnahme und Produktion decken (!!!) zu können. Nicht mehr und nicht weniger. Ein völlig legitimer Ansatz wie ich finde. Im übrigen ist eine aufwändige Verpackung (z. B. eine Box mit Zugaben wie Poster oder DVD) für viele Fans ein schlagkräftiges Kaufargument weil das künstlerische Produkt CD dadurch aufgewertet wird. Es muss ja nicht gerade ein Halbnacktbild von Frau Hilton sein wenn du jetzt wieder an sowas gedacht hast
Ich kenne eine Menge Musiker, die mit Malern oder Grafikern zusammenarbeiten und deren Kunstwerke quasi als Zugabe mitveröffentlichen. Für mich ist eine LP oder eine CD vor allem dann ein Kunstwerk wenn der Künstler so rüberkommt, wie er es selber will, musikalisch, soundqualitativ und grafisch.
Eine mp3-Datei hat ja z. B. selten ein Textblatt dabeiliegen oder weitergehende Informationen zu Aufnahmeort, -zeit, Gastmusikern, Unterstützern, Inspirationen etc. Dass diese ganze künstlerische Arbeit und Information kein kostenloses Allgemeingut werden kann, nur weil die Technik es möglich macht, ist für meine Begriffe völlig klar. Im übrigen hinkt der Vergleich mit Mozart natürlich sehr. Niemand weiß, wie er reagiert hätte wenn Aufnahmen seiner Konzerte unters Volk gebracht worden wären, ohne dass er finanziell beteiligt worden wäre.
@Dietrich
Doch, ich meine, ich kann mir das so einfach machen, selbst zu entscheiden, zu welchen ich bereit bin, Geld für Musik auszugeben und zu welchen nicht.
Kurz zusammengefasst verstehe ich Deine Argumentation so:
Ich meine dazu: wenn diese Zugaben wirklich gut sind, dass sie ihr Geld wert sind, dann werden die Fans sich gerade deswegen auch einen mit diesen Zugaben versehenden Tonträger kaufen, falls die Musik kostenlos aus dem Internet herunterzuladen ist. Die Lizenz spielt hierbei überhaupt keine Rolle, dieses Geschäft kann auch bei freier Musik ohne Einschränkung stattfinden.
Die Künstler selbst könnten übrigens auch eine CD zu Kosten produzieren, die von dem eine Tournee begleitender Tonträgerverkauf finanziert wird. Ich könnte mir sogar vorstellen, dass bei dem einen oder anderen Künstler die Einnahmen steigen würden, wenn auf restriktive Lizenzen verzichtet würde. Die Konzerte selbst könnten beispielsweise über Eintrittskarten, und nicht wie derzeit üblich, über den Tonträgerverkauf querfinanziert werden.
Etwas schwieriger zu widerlegen ist das von Dir bisher nicht mal angeführte Argument des ruinösen Wettbewerbs, falls die GEMA nicht dafür sorgen würde, dass Künstler nach Werken, die sie über die GEMA verkauft haben, neue Werke lieber wieder ohne GEMA vermarkten wollen. Denn da ist sicherlich soviel dran, dass einige Musikmanager umschulen müssten. Ohne die Musiker und anderen am Gesamtwerk beteiligten Künstler und Techniker wird sich die Produktion jedoch nicht machen lassen. Und leztlich können populäre Künstler diese Popularität entsprechend der Regeln der Ökonomie der Aufmerksamkeit auch wieder zu Geld machen.
Semi-professionelle Künstler gehören meiner Meinung nach übrigens zu den Verlierern des derzeitgen Systems. Das grosse Geld machen “Künstler” wie Paris Hilton, die in den letzten paar Jahren immerhin gut 100 Mio Dollar verdient hat. Für den est der Musiker bleiben nur Krümel.
Und die Geschäftsmasche läuft so: zeige etwas im Fernsehen, die Kinder wollen das haben, klauen es sich aus dem Internet, die Eltern bekommen deshalb Angst und kaufen die Plärre. Es gibt wohl kaum einen Jugendlichen, der nicht auf die Werbung anspringt und deshalb zum Urheberrechtsverletzer wird. Die strafbare Urheberrechtsverletzung ist bei dem Geschäftsmodell einkalkuliert, denn sonst funktioniert das nicht, weil die Eltern sich oft einfach weigern würden, ihren Kindern den Mist zu kaufen.
Diese Masche missfällt mir. Der einzig vernünftige Weg, den ich da raus sehe, ist, auf Musik zu den derzeit gängigen restriktiven Lizenzen komplett zu verzichten. Ich kann gut ganz auf Musik verzichten, aber für viele Jugendliche ist es undenkbar, auf Musik zu verzichten. Sobald ausreichend freie Musik verfügbar ist, kann man Jugendlichen ohne Geld eine Alternative zum Monopol der derzeitigen Rechteverwerter aufzeigen. Wenn es gelingt, freie Musik bei Jugendlichen Trend werden zu lassen, dann ist der profitgetriebene Versuch der Kriminalisierung einer ganzen Generation fehlgeschlagen.
Dafür setze ich mich ein.
Ophelias Song, Creative Commons und Sampling
Ophelias Song stammt ursprünglich von der italienischen Band Musetta, also der Sängerin Marinella Mastrosimone und dem DJ und Produzenten Matteo Curcio. Die beiden Musiker machen gute, aber nicht unbedingt innovative elektronische Musik irgendwo zwis…
Halt ich dann allerdings auch schlichtweg für falsch und geht unisono mit der Meinung der Verwerter und jetzigen Industrie, die eben auch die aufwändige Produktion und das Marketing gern in ihre Berechnungen einbeziehen. Müssen sie ja auch, denn am Ende entscheidet ja nicht die musikalische Qualität, sondern welchen Platz man in welchen Verkaufscharts hatte und wie gut (oder schlecht) das Quartalsergebnis war.
Mir gehts da schlicht um was anderes und Manuel kommt sogar mal kurz drauf zu sprechen.
Nett gesagt, aber wieder nur die halbe Wahrheit. Denn genau in der obigen Argumentation, das ja alles so viel Geld kostet und man dann aber Musik *auch* für lau haben möchte (wegen Ökonomie der Aufmerksamkeit und so) - genau *dort* steckt imho der Widerspruch in sich selbst.
Und solang da nicht auch die Verbraucher umdenken, kannst du im Business reden und reden, bis dir die Zunge zum Hals raushängt, du wirst am bestehenden System nichts ändern. Von einem Schulterschluss der Kreativen mit dem Kunden sind wir noch Lichtjahre entfernt, aber die Kluft wurde *auch* vom Kunden aufgerissen.
Nachtrag:
Spass an seiner Musik schliesst “kommerziellen” Erfolg nicht aus
Falk, was soll ich sagen, ich kann Dir nur zustimmen. Letztlich hängt alles am Verbraucher, der in seiner Doppelfunktion als Wähler es theoretisch übrigens auch noch in der Hand hätte, Künstler von der Zwangsjacke der GEMA, aus der sie, wenn sie sich einmal mit der GEMA eingelassen haben, kaum noch herauskommen, zu befreien.
Mit diesem Artikel hier versuche aufzuzeigen, wie sich die Situation ändern lässt. Ich habe absolut nichts dagegen, wenn Künstler, die Spass an der Musik haben und freie Musik produzieren, kommerziellen Erfolg haben. Im Gegenteil, ich freue mich darüber und glaube, dass freie Musik spätestens dann mindestens genauso erfolgreich sein wird wie frei Software.
[…] Johnny vom Spreeblick ist auf eine prima Idee gekommen, um freie Musik einem breiteren Publikum vorzustellen. Im öffentlich-rechtlichen Fritz-Radio will er eine Sendung namens Trackback moderieren, die die Welt der Blogs auch Radiohörern näherbringt, die damit bisher nichts anfangen können. Radio lebt natürlich auch von Musik und so sollte es Creative Commons Charts für Musik geben. Die Verwendung von unter Creative Commons lizensierter Musik sollte es auch ermöglichen, Musik in die Podasts der Sendungen miteinzubinden, was bei Musik von der GEMA natürlich nicht möglich ist. Dass der deutsche Monopolist zur Vermarktung von Musikaufführungsrechten die Idee mit Creative Commons gar nicht gut findet, versteht sich von selbst. Dass aber nun ausgerechnet die Creative Commons Organisation selbst der Idee Steine in den Weg legt, finde ich schon ziemlich seltsam. […]
[…] Nachdem ich durch den Besuch der Webseite der “Künstlergruppe” Tokio Hotel Ohrenschmerzen erlitten habe, höre mir lieber wieder freie Musik an. Das schont nicht nur den Geldbeutel, sondern gibt dem Trommelfell eine wohltuende Massage. [Trackback URI] [Permalink] […]
hallo
Es gibt eigentlich einen ganzen Haufen freier Musikseiten. Zum Beispiel http://www.neppstar.net
Neppstar hat außer freier Musik auch freie Videos, freie Bilder und freie Kunst. Ungefähr alle 10 Tage erscheint ein neues freies Lied am Neppstar, welches ähnlich wie freie Software genutzt weden kann. Freie Musik von Neppstar steht im Zeichen der GNU GPL und darf nicht nur beliebig kopiert werden. Freie Musik von Neppstar darf auch nachgespielt, verändert und gesendet werden.