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Tagebuch meines Parteieintritts

[Subjektiv, persönlich, parteiisch]

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27. Dezember 2006

Verlagshaus aus Werlte

von @ 12:33. abgelegt unter Über dieses Blog, Recht und Unrecht, Strafanzeige

Gerade eben habe ich telefonisch mit dem Polizeihauptkommissar gesprochen, von dem ich die Vorladung als Beschuldigter bekommen habe. Stückchenweise kann ich mir nun allmählich einen Reim darauf machen, um welches Thema es bei der Strafanzeige gegen mich eigentlich geht. Nach Auskunft des Kommissars kommt die Akte von der Staatsanwaltschaft Osnabrück und es gehe um ein Verlagshaus in Werlte und eine Webseite www.mein-parteibuch.de.

Die Strafanzeige beinhalte verschiedene Einzelvorwürfe, die zu umfangreich seien, um sie telefonisch detailliert zu erläutern.

In Werlte sitzt der Polizeiverlag NVK-Verlag, der laut eigener Webseite eng mit der International Police Association zusammenarbeitet. Da bin ich ja nun mal neugierig, was mir aus Werlte vorgeworfen wird. Ich habe jedenfalls erstmal Rechtsanwalt Dennis Sevriens vom Berlin Blawg bzw der Kanzlei SEWOMA® eine Vollmacht geschickt. Mal schauen, welche Erkenntnisse eine Akteneinsicht bringt.

9 Kommentare zum Beitrag “Verlagshaus aus Werlte”

  1. dolziger2 sprach

    Ich habe heute in der FZ gelesen, der nächste Veranstaltungsort des 18.nationalen Kongresses der Ipa soll Fulda sein. Allerdings bei dem Termin September 2008, könnte es sich um einen Datumsfehler handeln …Der Vizepräsident H.Bichl aus Fulda erwartet an die 500 Mitglieder und auch Gäste aus dem In -und Ausland…

  2. Becci sprach

    Mit dem “Polizeiverlag” hab ich auch schon so meine Erfahrungen gesammelt. Allerdings als Anzeigenkunde.
    Die machen diverse Publikationen, die sich mit aktuellen Themen befassen, die von Anzeigen finanziert werden.
    Mit einer Verbindung zur IPA haben sie seinerzeit auch mächtig getrommelt. wobei sie die nie konkret nachgewiesen haben.
    Wäre interessant, was sie Dir vorwerfen.

  3. Marcel Bartels sprach

    @Becci
    Es gibt zumindest Verbindungen des NVK-Verlags zu einzelnen Regionaldirektionen der IPA und, wie dieses Empfehlungsschreiben für den NVK-Verlag zeigt, auch direkt in den Polizeiapparat hinein. Das, was mir nun eigentlich genau vorgeworfen wird, werde ich wohl erst durch eine Akteneinsicht in einigen Wochen erfahren.

    Die Recherche zu den Polizeiverlagen aus dem Umfeld der IPA gehörte 2006 zu meinen spannendsten und heikelsten Geschichten. Meine Einschätzung der Geschichte findet sich im Beitrag über IPA, IV-Verlag, Politiker, Cold-Calling und vermutlich ziemlich lukrative Geschäfte mit ziemlich xxxxxxxxx Anzeigen, der bereits von einem anderen Polizeiverlag aus dem Umfeld der IPA abgemahnt wurde.

    De entscheidende Frage, was mit den durch den Anzeigenverkauf mit dem guten Namen der Polizei erwirtschafteten Geldern passiert, konnte ich bisher jedoch nicht zufriedenstellend beantworten. Um zu verstehen, welcher Eisberg sich hinter der sichtbaren Spitze des Problems möglicherweise verbergen könnte, lohnt sich meiner Meinung nach die Lektüre des Beitrages Polizeiverlage in Österreich.

  4. Münchner sprach

    Es ist schade, dass sich diverse Anhängsel mit der präpositional verwendeten Bezeichnung “Polizei” schmücken, um durch pure Nennung dieses anscheinend markenrechtlich ungeschützten Wortes einen dem Normalbürger angeboren Hab-Acht-Reflex auszulösen. Wer kennt nicht die dutzendfachen Auktionen, in denen GdP-Aufkleber als Glücksbringer feil geboten werden, um auf Gnade bei Knöllchenwerfern zu stoßen - aber das scheint nicht so wirksam zu sein.
    Mich wundert, wie eine eingehende Untersuchung “gut gemeinter” Praktiken von spezialisierten Unternehmen der Druckindustrie sich auf einmal wie das Auffinden einer Tellermine entwickelt. Mal ehrlich: ich kenne hierzulande nur eine Spezial-Firma, die mit besonderen Druckerzeugnissen Geld verdient: Giesecke&Devrient.
    Womit rechnet dieser Verlag? Mit einem Polizei-Bonus? Haben die Polizeianwälte mit Polizeikoffern, in denen spezielle Polizeigesetze verborgen sind? Wahrscheinlich sind Volksverhetzung, entstellende Verwendung von Katzenbildern, Verstoß gegen das Internet-Versammlungsgesetz, Nicht-Verbeugen vor dem Gesslerhut und Stalking das Mindeste, was aus OS auf Marcel gefeuert wird. Eventuell das falsche Parteibuch, na ja.
    Ich hoffe, durch diese langsam an die Oberfläche treibenden Details aus dem faszinierenden Umfeld von Polizeiverlagen mit Polizeicallcentern und Polizeiprofiteuren eine spannende Lektüre geniessen zu können. Verbraucherschutz contra Polizeischutz, sozusagen. Wer weiss, womit mit ähnlichen Freibriefen versehene Unternehmen noch durch innovatives Polizei-Merchandising auffallen werden: Polizeibettwäsche, Polizeiunterhosen (hat sogar der BND in eigener Version im Shop)…
    Marcel, viel Glück! Halt’ uns auf dem Laufenden - und im Voraus einen guten Jahreswechsel nach 2007.

  5. Becci sprach

    @Marcel
    ich werde mal nachsehen, was ich noch habe.Die verlinkten Seiten habe ich mir angesehen. Du hast vermutlich weitestgehend Recht.
    Ich habe seinerzeit 20 oder 50 Exemplare des Heftes bekommen( Es war glaube ich auch kein Voll oder Vierfarbdruck,sondern s/W auf teilweise farbigen Papier.
    Die versprochenen Auflagen wurden daher vermutlich eingehalten, da die Kosten eh marginal waren.
    Der Knackpunkt wo es interessant wird ist die Verteilung, und hier werden die Kunden geleimt.
    Aus dem Prozeß mit einem anderen Verlag, den ich mit wehenden Fahnen verloren hab weis ich das hier mit Segen der Justiz die Kunden mit Spitzfindigkeiten übers Ohr gehauen werden. Der Richter nannte es seinerzeit Lehrgeld.
    Der Fall kurz beschrieben war so,
    Die Vertreterin eines Verlags, der eine kostenpflichtige Kleinanzeigenzeitung herausgab, warb für Anzeigen in einer kostenlosen Leseprobe, die in einer Auflage von 350.000 in Chemnitz und Umland verteilt werden sollte.
    Eine prima Sache … dachte ich, da eine bekannte kostenpflichtige Zeitung sicher nicht so schnell den Weg in den Container findet, wie die kostenlosen wöchentlichen Exemplare. Und in dieser Auflage.
    Erste Zweifel kamen mir, als nach angeblichen Erscheinen die Resonanz Null war.
    Nachfragen bei über zwanzig Chemnitzer Bekannten brachten das Ergebnis, daß kein einziger eine solche Zeitung bekommen hat.

    Deshalb zahlte ich die Rechnung natürlich nicht, und fühlte mich bis zum Urteilsspruch völlig im Recht. War ja logisch, wenn in einer Stadt mit 250.000 Einwohnern über zwanzig im Stadtgebiet verteilte Bewohner nichts bekommen haben, und einige im Umland, wohnende, in dem die restlichen 100.000 Exemeplare verteilt werden sollten ebenfalls nicht, muss etwas faul sein. Zumal der Verlag hartnäckig behauptete die Leseproben seien verteilt, und weitere Auskünfte ablehnte.
    Dumm für mich gelaufen, daß ich mir den Vertrag nicht richtig durchgelesen habe, und auf das Geschwätz der Vertreterin hereingefallen bin.
    Im Vertrag stand nämlich nur, daß der verlag sich verpflichtet 350.000 Exemplare herzustellen und sie zu verteilen. Da nicht festgeschrieben war, wann, wo, und wie sie verteilt werden sah der Richter den Verlag nicht in der Beweispflicht( die Herstellung in voller Auflagenhöhe wurde belegt)
    Ich vermute mal, daß die meisten Exemplare auf dem Müll landeten, denn die Resonanz war weiterhin Null, obwohl die Anzeige einen Gutschein enthielt.
    So läuft das in deutschen Landen manchmal.
    Ich guck mal nach, ob ich den Vertrag mit dem Polizeiverlag gleich finde.
    mfg Becci

  6. Subjektivissimus sprach

    @5: Ein ähnliches Problem hatte ich auch mal mit einer Prospekt-Verteilagentur. Keiner meiner Bekannten in dieser Stadt hatte unseren Prospekt erhalten. Die Verteilerin erklärte dann in etwa: bei vielen Geschäften und Banken usw. seien Stapel des Prospektes ausgelegt worden. Dummerweise hatten die nur soviel Prospekte wie Haushalte in der betreffenden Stadt….

  7. Mein Parteibuch » Jahresrückblick 2006 von Hans-Joachim Selenz sprach

    […] Schweigen werde ich trotz der Vorladung als Beschuldigter wegen einer Strafanzeige eines Verlagshauses aus Werlte sicher auch im Jahr 2007 nicht. Ich beabsichtige vielmehr, Mein Parteibuch auszubauen und technisch weiter aufzurüsten. Und natürlich soll es auch weiterhin Katzenbilder geben. […]

  8. Maik sprach

    Guten Tag.
    Ist ein bisschen erschreckend über was hier so geredet wird. Ich komme aus Werlte und habe noch nie etwas von dem Verlagshaus gehört. Ein zweites Werlte gibt es auch in Deutschland nicht. Unser Dorf ist so klein, seid ihr sicher dass die Firma tatsächlich existiert oder ist das nur eine Briefkastenfirma?

  9. mein-parteibuch.com » Angela Merkel macht sich mit Forderung nach “mehr Meinungs- und Pressefreiheit” lächerlich sprach

    […] Das passt natürlich prima, denn gerade heute teilt die Amtsanwaltschaft Berlin dem deutschen Blogger Marcel Bartels mit, dass sie die Ermittlungen gegen ihn nach einer Strafanzeige wegen übler Nachrede im Zusammenhang mit den Parteibuch-Artikeln zum NVK-Verlag abgeschlossenen habe und bereit wäre, gegen die Zahlung von “nur” 1000 Euro an die Justizkasse nach §153a Abs 1 StPO von der Erhebung einer öffentlichen Klage und einer offenbar noch aus den Fingern zu saugenden Begründung der Vorwürfe abzusehen. […]

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