Vor inzwischen gut drei Monaten hatte ich einen offenen Brief an die International Police Association (IPA) geschrieben, in dem ich ein paar Fragen zum Telefonterror durch Partnerverlage der IPA wie den NVK Verlag gestellt hatte. Stutzig gemacht hatte mich, dass der NVK Verlag zum Vertrieb von Anzeigen, zu deren Wert ich mich nach einer Abmahnung durch den IV-Verlag nicht äußern möchte, in Broschüren, zu deren gedruckter Auflage ich mich ebenfalls nicht äußern möchte, ein Empfehlungsschreiben eines richtigen Polizisten mit dienstlicher Telefonnummer vorgelegt hat. Die IPA hat auf meine Fragen genauso wenig geantwortet wie mein Genosse, unser Berliner Innensenator Ehrhart Körting, den ich gefragt hatte, ob er die Nebentätigkeit der Polizeiangehörigen für rechtmäßig und politisch erwünscht hält. Gestern wurde hier jedoch von jemandem unter dem Namen Christian Kurek ein denkwürdiger Kommentar gepostet, auf den ich nun mal näher eingehen möchte.
Der Kommentar-Schreiber mit Namen Christian Kurek geht auf das rechtswidrige Cold-Calling in keiner Weise ein:
Stattdessen wirft er mir vor, dass ich Google-Anzeigen im Parteibuch mitlaufen habe und schreibt von einem “Feldzug gegen die das Berufsbild des “Schutzmann” fördernde IPA”. Schändlicherweise ist das tatsächlich so, dass über Google-Anzeigen, auf deren Auswahl ich praktisch keinen Einfluss habe, beispielsweise windige Geschäftemacher mit unseriösen Angeboten beispielsweise für Heimarbeiten mit absurden Verdienstmöglichkeiten werben.
Zuerst mal stellt sich mir die Frage, ob der Name Christian Kurek schon irgendwie bekannt ist. Das sagt natürlich nichts darüber aus, ob der Kommentar wirklich von einer Person, die den Namen Christian Kurek trägt, abgegeben wurde, könnte aber doch vielleicht den einen oder anderen interessanten Hintergrund erhellen. Sucht man nach dem Namen Christian Kurek bei Google, so findet man da einen dänischen Programmierer und den Leiter der IPA Verbindungsstelle Dortmund.
Der Kommentar kam von einer IP-Adresse aus Dortmund, deshalb, denke ich, dass es wohl interessant sein könnte, da mal weiter zu recherchieren. Der Name Christian Kurek taucht dazu passend auch in der Mitgliederliste des Vereins Informations- und Bildungszentrum Schloss Gimborn e.V. auf. Ach, das ist ja interessant, Schloss Gimborn kommt mir bekannt vor. Nun frage ich mich, ob die Erkenntnis, dass die International Police Association mit Schloss Gimborn anscheinend ein pompöses Schloss als Tagungs- und Begegnungsstätte nutzt, wohl behilflich sein könnte bei der Beantwortung der Frage, was eigentlich mit dem vielen schönen Geld passiert, dass die Partnerverlage der IPA mit den unlauter eingeworbenen und womöglich auch noch fehlerhaft als Spende deklarierten Anzeigen in Broschüren wie “Drogen sind verlogen” oder dem “Malbuch - Kinder im Verkehr” verdienen.
Christian Kurek scheint übrigens nicht irgendwer zu sein, sondern durchaus eine wichtige Persönlichkeit, denn die IPA Verbindungsstelle Dortmund ist mit ca. 1.300 Mitgliedern anscheinend die größte IPA Verbindungsstelle in Deutschland. Das heisst zwar nicht, dass er so wichtig ist, wie der Kölner CDU-Fraktionsvorsitzende Winrich Granitzka, der für sein Engagement in der IPA mit einem Orden ausgezeichnet wurde, aber immerhin engagiert sich Christian Kurek anscheinend auch politisch, denn er sitzt, ich denke, das Gesicht auf dem hier veröffentlichten Foto kommt mir bekannt vor, anscheinend für die SPD im Rat der Stadt Selm.
Das läßt für mich nur einen wahrscheinlichen Schluss zu: der Schreiber des Kommentars aus Dortmund war sicher nicht dieser Christian Kurek, sondern jemand anders, der über Google nicht auffindbar ist. Schliesslich hätte mein Parteifreund Christian Kurek mich sonst sicher mit Genosse Marcel angesprochen und nicht mit “lieber “Mein Parteibuch-Betreiber””. Und der Vorsitzende der IPA Dortmund hätte zum seriösen IPA-Partner NVK-Verlag sicher nicht geschrieben, dass Google-Anzeigen für unseriöse Angebote zu Heimarbeit mit absurd hohen Verdienstmöglichkeiten “auch nicht viel besser als die Arbeit des kritisierten NVK-Verlages” seien. Das könnte ein wirklicher Skandal werden, denn da hat offenbar jemand über einen Kommentar im Parteibuch versucht, jemand anderen zu diskreditieren.
Völlig unklar bleibt mir aber trotzdem eines: Warum antwortet die IPA nicht auf meinen offenen Brief?
| M | D | M | D | F | S | S |
|---|---|---|---|---|---|---|
| « Sep | Nov » | |||||
| 1 | ||||||
| 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 |
| 9 | 10 | 11 | 12 | 13 | 14 | 15 |
| 16 | 17 | 18 | 19 | 20 | 21 | 22 |
| 23 | 24 | 25 | 26 | 27 | 28 | 29 |
| 30 | 31 | |||||
Par·tei·buch n. Heft mit persönlichen Daten und Mitgliedsnummer zum Beweis der Mitgliedschaft in einer Partei



[powered by WordPress.]
22 queries. 0.330 seconds.
Built dynamically. Top
Marcel, befürchtest Du nicht, für die Verlinkung auf das Empfehlungsschreiben, eine neue Abmahnung zu erhalten?
Das Schreiben ist doch bestimmt Geschäftspost und nicht für die Internet-Öffentlichkeit bestimm.
Die dort genannten Namen sind kaum Personen der Zeitgeschichte - können es zwar noch werden -, und deswegen ist deren öffentliche Nennung im Internet unzulässig.
Ob die Nennung der einen Person, nur weil er Schatzmeister bei der IPA Verbindungsstelle Berlin-Nordost ist, zulässig ist, möchte ich bezweifeln.
Verstehe ich nicht? Marcel wird sich wohl kaum mit dem Namen Christian Kurek in seinem eigenen Blog eingetragen haben. Also wird es wohl auch ein Christian Kurek gewesen sein der seinen Namen öffentlich machte. Und eine Öffentlichmachung liegt ja anscheinend vor, sonst wäre der Name nicht via Google zu finden…
@Rolf
Ich gehe davon aus, dass die Veröffentlichung des Empfehlungsschreibens von den Verfassern, die ihre Tätigkeit bei der IPA ja auch stolz auf ihrer Webseite präsentieren, zur Verdeutlichung ihres Engagementes begrüßt wird und sowieso zulässig ist, weil es ohnehin für einen weiten Kreis der Öffentlichkeit bestimmt ist.
Zu @3 Ironwhistle:
Die Namen auf dem Empfehlungsschreiben habe ich gemeint, nicht Kurek.
Marcel hat mich richtig verstanden und seine Anwort überzeugt mich.
Sorry, habe ein paar Tage nicht geschlafen - werde wohl langsam etwas fahrig…
[…] Andersherum heisst das aber nicht, dass Unternehmen, die das nicht bieten können, gerade weil sie ein unethisches Geschäftsgebahren an den Tag legen, das Web 2.0 ignorieren können. Unethisch handelnde Unternehmen kommen weder durch unheimlich gute PR-Agenturen noch durch unfreundliche Anwaltsbriefe noch durch Ignorieren von kritischen Fragen noch durch Fernsehsendungen mit Fischgeruch aus einem Desaster im Web 2.0 heraus. Im Gegenteil, ein solches Verhalten gibt erst recht Anlass zur Kritik und die Regeln der Ökonomie der Aufmerksamkeit tun ihr übriges dazu, dass die peinlichen, am liebsten totgeschwiegenen Sachverhalte dann erst richtig bekannt werden. Fragen Sie mal bei AOL, IPA, MEG24, Die Dienstleister, HMI, AWD, Sportandoutdoor, Transparency International, Meinolf Lüdenbach, Jamba, Media Markt oder Siemens nach, wie das Web 2.0 funktioniert. […]